Dr. Juliane Schreier

Das richtige Outline sorgt für einen schnellen Schreiberfolg im Medical Writing

White Paper, Medical Paper oder Review – Sie brauchen nicht nur Daten, sondern einen klaren Plan, wenn Sie erfolgreich einen medizinisch-wissenschaftlichen Artikel schreiben wollen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen und was es zu beachten gilt.

Outline im Medical Writing

Outline – Zeitverschwendung?

Einen Text mit einem Outline zu beginnen ist keine Zeitverschwendung, sondern hilft Ihnen dabei, Ihre Gedanken zu strukturieren und somit ein besseres Ergebnis zu erzielen. Betrachten Sie das Outline deshalb weniger als zusätzliche Zeitinvestition, sondern vielmehr als eine Art Navigationssystem, das Ihnen den direkten Weg zum Ziel weist.

Outline-Typen

Es gibt zwei Outline-Typen, zwischen denen Sie wählen können: »Topic Outline« und »Sentence Outline« (Abbildung 1). Beim Topic Outline werden grobe Inhalte und die Hierarchie der Argumente in Stichpunkten festgehalten. Es eignet sich deshalb gut für kürzere Artikel. Das Sentence Outline dagegen beschreibt die Inhalte Ihres geplanten Artikels in ganzen Sätzen. Daher ist das Sentence Outline besonders geeignet, wenn es um komplexe Details geht. Der Vorteil liegt darin, dass Sie sich schon jetzt sehr intensiv mit dem Inhalt Ihrer Arbeit auseinandersetzen müssen, um einzelne Absätze des geplanten Manuskripts im Outline klar zusammenfassen zu können. Gelingt Ihnen dies, wird es Ihnen später auch leicht fallen, die entsprechenden Absätze präzise auszuformulieren. Sie sehen also schon sehr früh, was funktioniert und wo vielleicht noch etwas Zeit in Überlegungen oder Recherchen investiert werden muss. Sie sehen auch besser, ob die Reihenfolge der Argumente funktioniert oder nicht, wenn Sie Sätze statt kurzer Stichwörter benutzen und Sie bekommen schon jetzt einen Eindruck vom Umfang des Manuskripts.

 outline-typen in der gegenueberstellung

Abbildung 1: Die beiden Outline-Typen in der Gegenüberstellung

Egal, für welches Outline Sie sich entscheiden – beide Outline-Typen bieten Ihnen die Möglichkeit, rechtzeitig an Stellschrauben zu drehen, bevor Sie mit dem Ausformulieren Ihres kurzen oder umfangreicheren Manuskripts beginnen, wo konzeptionelle Änderungen viel mehr Zeitverlust bedeuten würden. Vor allem, wenn es um die Abstimmung mit Co-Autoren geht, ist ein Outline unerlässlich.

Die Struktur des Outlines

Ihr Titel

Beginnen Sie mit dem Titel für die geplante Publikation: Was ist Ihr Anliegen, die Hauptaussage Ihres Artikels? Diese sollten Sie, kurz und treffend formuliert, schon im Titel kommunizieren. Falls Sie sich noch nicht auf einen einzigen Titel festlegen möchten, können Sie natürlich auch mehrere Varianten im Outline notieren. Vermeiden Sie jedoch inhaltliche Varianten, da diese Ihnen den geradlinigen Weg durch das Manuskript erschweren.

Unterteilung in mehrere Kapitel

Wenn Sie sich die Anzahl und den Umfang Ihrer Hauptkapitel überlegen, berücksichtigen Sie immer auch die Autorenrichtlinien des Journals, in dem Sie Ihren Artikel publizieren möchten. Planen Sie nicht zu viele Kapitel und verzichten Sie vor allem auf eine zu große Anzahl von Unterkapiteln. Nehmen Sie sich nun etwas Zeit, um darüber nachzudenken, welche zusätzlichen Informationen Sie in welchem Umfang darstellen möchten. Was ist essenziell und worauf können Sie eventuell verzichten? Gerade bei Reviews ist das Setzen von Schwerpunkten wichtig. Aber auch, wenn Sie aus einem umfangreichen Study Report eine Publikation machen wollen, müssen Sie sich intensiv über die Setzung von Prioritäten Gedanken machen. Besonders vertiefen sollten Sie die Kapitel, die für die Entwicklung Ihres Fazits besonders entscheidend sind. Legen Sie diese im Outline bereits durch die Markierung als »Schwerpunkt« fest und notieren Sie im Outline alle wichtigen Aussagen und Elemente der Schwerpunktkapitel. Dazu gehören auch Abbildungen, wichtige Tabellen und Referenzen. Optimieren Sie auch die Reihenfolge der Textinformation: Sie können mit dem Allgemeinen beginnen und sich zum Speziellen hinarbeiten oder Sie ordnen die Information nach Wichtigkeit. Je nach Inhalt gibt es für das Arrangieren der Gliederung mehrere Möglichkeiten, die Sie ganz individuell wählen können. Investieren Sie ruhig etwas Zeit in diesen Teil, denn er bildet die Grundlage für Ihr Manuskript. Je besser Sie diesen Abschnitt durchdenken, desto weniger Zeit benötigen Sie später bei der Ausformulierung.

Ein Fazit ziehen

Formulieren Sie ein Fazit bereits im Outline. Das wird Ihnen zusätzlich helfen, den Artikel gezielt zu einer Kernaussage hin zu entwickeln. Gerade wenn Sie mit mehreren Autoren zusammenarbeiten, sollten Sie das Fazit gut abstimmen. Jeder Autor muss sich damit identifizieren können, denn nur so ziehen Sie an einem Strang und reduzieren die Gefahr, sich im Haupttext zu verzetteln.

Fazit:

Ein Outline lohnt sich immer, denn es zwingt Sie zur präzisen Planung Ihres Artikels, wenn es am wichtigsten ist: Bevor Sie mit dem eigentlichen Schreiben beginnen.